Magazin für Mobilität, Verkehrspolitik und Fahrradkultur Herausgegeben vom ADFC Sachsen e. V.

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Sommer 2016: Flucht nach vorn.

Eines kennzeichnete in den letzten Monaten die deutsche Debatte um Vertreibung, Flucht und die Aufnahme Geflüchteter in Deutschland: Fast immer waren die Vertriebenen, Flüchtenden, zu Integrierenden nicht Subjekt, sondern Objekt der Diskussion. Kaum jemand interessierte sich für deren Ziele, Fragen, Sorgen. Selbst die Rede der Kanzlerin vom „wir schaffen das“ impliziert, dass „wir“ es schaffen. Dass es sich beim „das“ um Menschen handelt, mit denen man gemeinsam etwas erreichen kann, die sich freuen, Angst haben, motiviert oder demotiviert werden könnten, spielte alles keine wirklich große Rolle. Nicht sehr anders erging es gleichzeitig all jenen, die sich engagieren: Sie sind gleichfalls zumeist Objekt der Berichterstattung – „das“ gesellschaftliche Engagement. Deshalb wollen wir in dieser Ausgabe den Spieß umdrehen und anstatt nur übereinander zu reden, Betroffene, Experten und Engagierte selbst zu Wort kommen lassen. Das Fahrrad ist für viele Bestandteil des Neuanfangs in Deutschland. Nicht nur, weil sich Flüchtlinge den Bus nicht leisten können, bringt die Mobilität mit dem Rad einen willkommenen Grad an Abwechslung, Freiheit und Selbstbestimmung. Es gibt nicht nur vernünftige Argumente, sondern wenig Alternativen dazu, einen solchen gesellschaftlichen Wandel aktiv mitzugestalten: So wie man in „der Flüchtlingsfrage“ nicht einfach Mund, Augen und Ohren zuhalten kann, können wir uns mittelfristig auch dem dringend gebotenen Wandel im Verkehrsverhalten nicht verschließen.

Mitglieder des ADFC Sachsen bekommen den Reflektor kostenlos nach Hause geschickt.

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